Hitchhikers Diary in Gütersloh

Am Sonntag fand ein schönes Konzert in der Gütersloher Weberei zusammen mit Bernhard Wöstheinrich statt. Ich bin morgens in Berlin losgetrampt, und mit zwei Autos direkt zum Veranstaltungsort gebracht worden. Günter Specht, einer der Besucher hat auf seiner Seite Worte gefunden, die mich berühren und mich sehr gefreut haben. Das Foto stammt auch von ihm. Seine anderen Beiträge sind auch sehr sehens- und lesenswert.
Ungewöhnliche Klänge aus Gütersloh
Abgerundet wurde die Aktion durch einen Vortrag den ich für die Cooperativa Neue Musik in Bielefeld hielt bei dem ich auch in einer schönene Kapelle meine Musik zum Besten geben konnte. Zum Ende wurde als Anerkennung ein Hut herumgereicht, der voller wurde als ich je erwarten konnte. Diese Menschen liessen mich in Dankbarkeit zurück…

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Liquid-Orchestra.net

Übermorgen (3. Oktober) gibts was Neues, ich spiele beim Liquid-Orchestra, einem Projekt von Johannes Wallmann den Elektronikpart…

Podiumsdiskussion und “Raumklangkonzert für Profis, Laien und Publikum von H. Johannes Wallmann” (Uraufführung zum 100. von John Cage) 3. Oktober 2012, 19:00 / 20:30 Uhr, St.Matthäus-Kirche – gegenüber der Berliner Philharmonie

Näheres unter liquid.orchestra.net

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Wie quälst Du mein Herz. Eifersuchtsprojekt.

Am 30. und 31. August wurde unsere Eifersuchtsoper “Wie quälst Du mein Herz” uraufgeführt…

Ausgehend von Interviews mit Eifersüchtigen wird ein universelles Gefühl ergründet: Wie schnell werde ich zum Gewalttäter? Wie passen Tantra-Kurs und Eifersucht zusammen? Wirken eigentlich Versöhnungspillen? Und: kann man ein von Eifersucht gequältes Herz im EKG erkennen? The music is based on madrigals of the renaissance composerCarlo Gesualdo bearbeitet, der aus Eifersucht seine Frau und deren Liebhaber ermordete.

  • mit    Eva Burghardt, Britta Pudelko, Christina Wintz
  • Text:  Christian Banzhaf, Georg Steker
  • Komposition und Live-Elektronik:    Stefan Tiedje
  • Idee und Regie:   Christian Banzhaf
  • Bühne und Kostüme:    Annett Stenzel
  • Video:    Heike Gallmeier
  • Dramaturgie:    Georg Steker
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Tj Shredder plays Gesualdo

Ich werde eine kurze Improvisation mit der Musik Gesualdos beim Museum der unerhörten Dinge am 14.5.2011 um 17:15 spielen.
Es ist eine kleine Vorschau auf die Musik, die ich für das Stück “Wie quälst Du mein Herz” beim Festival “Ankunft: Neue Musik” schaffen werde. Es geht um das Thema Eifersucht. Gesualdo hat seine zwangsverheiratete Frau und ihren Liebhaber damals per Ehrenmord brutal hingerichtet und komponiert später diese wunderschönen Madrigale. Als Form der Auseinandersetzung mit diesem Widerspruch ermorde ich in einem späten Akt der Rache seine Musik mit elektronischen Mitteln.

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Die Glocken der DDR

Zwei Dinge kamen zusammen, ich habe das Museum der unerhörten Dinge, gleich bei mir um die Ecke, entdeckt, und ich habe eine alte Cassette mit dem Titel “Glocken der DDR” bei mir gefunden.
Mir war sofort klar, dass diese Cassette eine eigene Geschichte hat, die nur ein mit der Materie der unerhörten Dinge vertrauter Experte entschlüsseln konnte: Roland Albrecht. Also habe ich diese Cassette dem Museum vermacht und sie wurde erhört. Die Geschichte die dabei herauskam, kann man weiter unten lesen.

Aus Anlass der langen Nacht der Museen, habe ich dazu eine Klanginstallation im Museum eingerichtet, die auf die Klänge der Glocken und auf die wunderbar subversiv trockenen Ansagen derselben zurückgreift. In dieser Nacht gab es über 700 Besucher. Wahrscheinlich haben noch nie so viele Menschen meine Klänge erhört…

Ein Ausschnitt ist hier zu hören:

Und dies ist die Geschichte:

Die Glocken der DDR

Die Geschichte eines Tonträgers mit dem Geläut der DDR, der den Einsturz, den Fall der Mauer vorbereitet, eingeläutet hat.

Die Kassette wurde von Stefan Tiedje entdeckt und ins Museum gebracht.
Wenn man Karl Lieberknecht darauf anspricht, erzählt er die Geschichte mit den Glocken immer gern. Mit einem Lächeln erzählt er, wie die ganze Idee auf dem Rostocker Kirchentag im Juli 1988 entstand.
Der Kirchentag hatte die Losung: „Brücken bauen“. Lieberknecht meldete sich in der Arbeitsgruppe „Wie alt ist das Alte Testament? Ist es alt? Es ist die Zukunft!“ an.
Die Diskussion kam dann schnell auf die Trompeten von Jericho. Wie die Mauern der Palmenstadt zerbarsten, die Stadt eingenommen wurde, eine der besten wehrhaften Mauern der damaligen Zeit eigentlich friedlich erobert wurde, nur durch das Blasen, durch das ununterbrochene Blasen von Trompeten.
Eine Johanna aus Görlitz erzählte dann die Geschichte aus der Bibel: „Als die Kinder Israels vor den Toren Jerichos standen, sprach Gott mit ihrem Führer Josua, dass er, Gott, ihm das Schicksal aller in Jericho Lebenden in die Hand gibt. Sie sollen die Stadt erobern. Josua war es unklar wie, denn die Stadt war eine einzige Festung, da konnte kaum jemand raus und nur schwer hinein. Dann sprach Gott zu Josua, er solle sieben Tage mit vielen Posaunen die Stadt umrunden. Das Volk solle sechs Tage schweigsam mit gehen, am siebten Tag soll es schreien und in einer großen Demonstration um die Mauern gehen. Dann würden die Selbige zusammen fallen und die Stadt könne erobert werden. Sie sollen aber nichts von dem Alten übrig lassen, nichts, gar nichts. Das ist die Botschaft der Bibel“. Und diese Johanna meinte dann, man sollte das auch ernst nehmen, das seien nicht alles nur Metaphern, Beispiele, Gleichnisse und so ein Zeug.
Allen wurde dann das Thema doch zu heiß, zu stark waren die Parallelen zu der deutschen Teilungsmauer. Aber irgendwie lief die Diskussion immer wieder auf die Mauer hinaus und auf die Frage, ob so etwas denn denkbar sei.
Ein Otto, er war Akustiker, meinte, dass dies sehr wohl möglich sei, durch die Obertöne: „Obertöne sind ganz was Spannendes. Ohne Obertöne gibt es eigentlich keine Musik, das würde sich ganz komisch anhören; das, was wir hören, das, was bei uns Gefühle auslöst, das sind immer die Obertöne, die Obertöne ergeben die Psychoakustik. Das sind ganz chaotische Schwingungen, Frequenzen, und das Spannendste ist, dass durch Töne, durch die Schwingungen der Töne, Materie beeinflusst werden kann. Also kann die Bibelgeschichte sehr wohl so stattgefunden haben, wie sie geschrieben ist. Durch das Blasen von hunderten Posaunen, es waren sicher Schofars aus Metall, können extreme Schwingungen aufgebaut werden, dass die Mauern porös und brüchig werden.“
Dann kam Georg ins Spiel, ein uriger Kerl aus Annaberg. Gerüchte rankten sich um ihn, fünf Kinder hätte er, alle von anderen Frauen, zwei Kinder von ihm wären im Abstand von drei Tagen geboren, er würde im Wald wohnen, ein echter Aussteiger. Auf jeden Fall zauberte er plötzlich eine Tonträgerkassette hervor und meinte: „Wie wäre es damit, da sind alle Glocken der Republik zu hören?“, worauf Otto, der Akustiker, meinte, dass Glocken die meisten Obertöne hätten, Glocken würden noch viel besser wirken als alle Trompeten, Posaunen und Schofars zusammen.
Es war eine Tonbandkassette von Eterna, VEB Deutsche Schallplatten Berlin, eine Kassette mit dem Geläut der DDR, plus Ansage. Mit Glocken aus Frankfurt, Meißen, Naumburg, Berlin, Marktneukirchen, Leipzig, von überall, alle Glocken der DDR.
Der ganze Kreis hörte nun die Kassette an. Ganz still wurde es. Allen war klar, dass gerade etwas besonders passierte. Eine ganz merkwürdige Stimmung, etwas Heiliges entstand, etwas Ehrfurchtvolles, etwas Geheimnisvolles und es war auch das Gefühl, dass plötzlich das Schicksal der DDR in ihren Händen lag.
Dann ging es ganz schnell. Man verabredete, dass man jeden Montagabend diese Kassette, die es auch als Schallplatte gab, hörte. Es sollten so viele wie möglich sein. Jeder sollte jeden, den er kennt, ansprechen und auch auffordern die Glocken zu hören, immer Montagabend und wenn tausende die Glocken hörten, wenn zigtausend mal die Schwingungen erzeugt werden, würde das sicher Wirkung zeigen, und die Mauern, die noch abzureißen sind, zum Wanken bringen.
Ein Jahr Später hörten zig Tausende in der DDR diese Kassette, die immer wieder neu kopiert wurde. Montagabend für Montagabend hörte man die Kassette in allen Ecken der damaligen Republik. Glockenpartys wurden veranstaltet, Schweigetreffen zum Glocken hören abgehalten und vieles dergleichen.
Wie das dann im Herbst weiter ging, kann man in jedem Geschichtsbuch nachlesen.
Es gab dann die Montagsdemonstrationen, und niemand hörte mehr die Glocken, man ging am Montag zur Demo, und aus den Demos wurde dann der Fall der bereits maroden, porösen Mauer und von der DDR blieb, wie in der Bibel prophezeit, nichts mehr übrig.
Von den Glocken, von den ganzen Treffen, wo man gemeinsam hörte, redet heute niemand mehr, es ist alles vergessen und wenn Karl Lieberknecht schmunzelnd davon erzählt, dass das alles nicht in den Geschichtsbüchern steht, und dass das auch nicht so schlimm wäre, dort stehe vieles nicht drin,
was aber doch stattgefunden habe. Wenn man dabei sein Lächeln sieht, glaubt man ihm fast.

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Meine alte CD ist wiederveröffentlicht!

Ich habe meine alte CD “Polyrische Variationen” neu aufgelegt. Vor 22 Jahren erschien sie bei by Badland Records in Frankreich. Es wurde Zeit sie wieder zugänglich zu machen.

Hier kann man sie bestellen

Das Cover ist vereinfacht, da man bei Kunaki nur ein Einlegeblatt bekommt. Wer die Original-CD mit dem 8-seitigen Booklet haben möchte, kann mir ein Angebot unterbreiten, ich habe noch eine Handvoll von ihnen…

Natürlich kann man nach wie vor einige der Stücke frei im Internet hören…

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Einige Links…

Einige Links zu Musik und Software:

Perfomancevideo

und

www.myspace.com/ondesmemorielles

Das Übliche, es gibt auch noch einen Blog zu meinem “Hitchhikers Diary” Projekt:

hitchhikers diary

Noch nicht viel da, das wird sich aber ändern…

Einige meiner MaxForLive patches kann man hier finden:

www.maxforlive.com

Ältere Versionen meiner St.ools sind auf den cycling’74 share pages zu finden, die neuesten Versionen sind jedoch immer auf meiner DropBox abgelegt:

St.ools für Max 5

und

St.ools für Max 4

Viel Spass und jeder Kommentar ist willkommen…

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